Der Sommer lädt geradezu ein sich ein bisschen mit Studien zu befassen. Deshalb habe ich mich mit der Future Skills Studie 2026 der Haufe Akademie beschäftigt. Die rund 1.000 Fach- und Führungskräfte im DACH-Raum befragt hat.
Das Ergebnis ist deutlich: Alle wissen, was zählt. Zwischen Wissen und Handeln liegt trotzdem eine große Lücke.
Einigkeit bei den wichtigsten Kompetenzen
Bei einem Punkt sind sich Führungs- und Fachkräfte einig. Future Skills entscheiden über die kommenden Jahre. Konkret stehen diese Kompetenzen ganz oben:
- Problemlösen und kritisches Denken: 95 % der Führungskräfte und 88 % der Fachkräfte halten dies für zentral
- Kommunikation: 93 % der Führungskräfte, 86 % der Fachkräfte
- Lernkompetenz: 94 % der Führungskräfte, 80 % der Fachkräfte
- Digitale Grundkompetenzen: nahezu gleichauf bei beiden Gruppen um die 85 bis 89 %
Die Prioritäten passen also zusammen. Spannend wird es erst bei der nächsten Frage.
Wo die Wahrnehmung auseinandergeht
Wichtig finden reicht nicht. Entscheidend ist, wie gut Teams diese Kompetenzen heute tatsächlich beherrschen und da entsteht ein deutlicher Unterschied.
Führungskräfte schätzen ihre Teams durchgehend optimistischer ein als die Fachkräfte sich selbst:
- Führung und Change-Kompetenz: 73 % der Führungskräfte sehen ihre Teams hier gut aufgestellt, bei den Fachkräften sagen das nur 54 % über sich selbst
- Cloud und IT-Grundlagen: 68 % gegenüber 52 %
- KI-Kompetenzen: 60 % gegenüber 52 %
Diese Schere zieht sich durch die gesamte Studie. Führungskräfte glauben, ihre Teams stehen besser da, als die Teams sich selbst einschätzen. Genau hier liegt der eigentliche Hebel für Unternehmen.
Der blinde Fleck beim Weiterbildungsbudget
Noch deutlicher wird die Lücke bei einer sehr praktischen Frage: Wissen Mitarbeitende überhaupt, was ihnen zur Verfügung steht?
- Nur 34 % der Fachkräfte kennen ihr Weiterbildungsbudget konkret
- 42 % vermuten zwar eines, kennen die Höhe aber nicht
- Bei den Führungskräften liegt die Kenntnis bei 67 %
Wer nicht weiß, was ihm zusteht, nutzt es auch nicht. Genau das zeigt sich bei der tatsächlichen Nutzung: 78 % der Führungskräfte greifen mehrfach im Jahr auf ihr Budget zu, bei den Fachkräften sind es nur 40 %. Ein knappes Viertel der Fachkräfte nutzt es überhaupt nicht.
Warum das Gelernte oft nicht im Alltag ankommt
Selbst wenn Weiterbildung stattfindet, hakt es beim Transfer in die Praxis. Die Gründe unterscheiden sich zwischen den Gruppen deutlich:
- Fachkräfte bemängeln vor allem, dass Inhalte nicht zu den tatsächlichen Aufgaben passen (40 %)
- Führungskräfte sehen die größte Hürde in fehlender Zeit für die Anwendung (47 %)
Zwei unterschiedliche Probleme, die sich gegenseitig verstärken. Passende Inhalte ohne Zeit zur Anwendung bringen ebenso wenig wie viel Zeit für Inhalte, die am eigenen Alltag vorbeigehen.
Was jetzt wirklich hilft
Wissen über Kommunikation reicht nicht, um in einem echten Konflikt souverän zu bleiben. Genau das lernt der Körper nicht durch einen Vortrag, sondern durch echte Erfahrung.
Bei Act2Biz setzen wir deshalb auf Simulationstraining mit Schauspielerinnen und Schauspielern statt auf klassisches Rollenspiel. Der Unterschied:
- Echte emotionale Reaktionen statt gespielte Szenen
- Direktes Feedback von Psycholog:innen und Trainer:innen im Moment des Geschehens
- Erfahrungen, die im Körper bleiben, nicht nur im Kopf
Das schließt genau die Lücke, die die Studie sichtbar macht: den Abstand zwischen Wissen, was wichtig ist, und tatsächlich handlungsfähig sein, wenn es darauf ankommt.
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