Stefan Novotny
„Mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass eine Präsentation nicht nur eine Aneinanderreihung von Fakten ist.“
Stefan Novotny ist ESG Manager bei der STANDARD Medien AG und arbeitet an der Schnittstelle von Strategie und Umsetzung. Zu seinen Aufgaben zählen der Aufbau der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS, die Steuerung von Projekten über Projektportfoliomanagement sowie OKR-Prozesse, mit denen strategische Ziele in konkrete Initiativen und Fortschritt übersetzt werden.
Im Interview sprechen wir darüber, wie Strategie im Alltag greifbar wird, von 5 Jahres Zielen über Jahresziele bis zu quartalsweisen OKRs, warum Projekte trotzdem scheitern und wie zentrale Steuerung plus Projektleitfaden die Abschlussquote erhöhen. Und wir schauen auf seine Learnings aus The Business Stage: Verbindung zum Publikum, Storytelling statt Faktenkette und was auf der Bühne anders ist als im Meetingraum.
Act2Biz: Was ist deine Rolle beim STANDARD und was ist das besondere an deiner Aufgabe?
Stefan Novotny: Ich bin verantwortlich für die Strategie- und Projektprozesse im Unternehmen. Wir arbeiten mit 5-Jahres-Zielen. Um diese zu erreichen, formulieren wir jährlich konkrete Jahresziele und quartalsweise OKRs (Objectives and Key Results).
Ich habe einen Projektleitfaden entwickelt, der Orientierung bietet, wie Projekte effizient abgewickelt werden. Das soll dazu führen, dass mehr Projekte erfolgreich abgeschlossen werden.
Durch eine zentrale Steuerung der Projekt- und Strategiearbeit wollen wir das Unternehmen nachhaltig zukunftsfit machen.

A2B: Du hast sehr viel mit Strategie zu tun. Was ist die größte Herausforderung, anderen die Notwendigkeit einer neuen Strategie zu erklären?
Novotny: Dass eine Strategie notwendig ist, lernt man oft erst durch Misserfolge. Ohne Strategie ist man gezwungen zu reagieren, anstatt aktiv zu agieren. Genau das muss man vor allem Führungskräften begreifbar machen.
Die größte Herausforderung besteht darin, die Geschichte so zu erzählen, dass sie in den Köpfen der Entscheider:innen bleibt und die dahinterliegenden Prozesse verstanden werden. Hinzu kommt, dass gerade diese Gruppe chronisch überlastet ist, man muss im wahrsten Sinne des Wortes um einen Platz auf deren Agenda kämpfen.
A2B: Was war der Ausgangspunkt, dich für den Workshop The Business Stage anzumelden?
Novotny: Ich kannte die Business Stage vorher nicht und habe auch nicht recherchiert, was das ist. Aufgrund meiner Position im Unternehmen wurde ich gefragt, ob ich teilnehmen möchte, um zu prüfen, ob das Format auch für andere Mitarbeiter:innen geeignet wäre. Ich wusste nur, dass es sich um eine Art Rhetorik/Präsentations-Workshop handelt, in dem Schauspieler:innen und Regisseur:innen eine zentrale Rolle spielen.
A2B: Mit welchem Ziel bist du in den Workshop gestartet oder was waren deine Erwartungen? Und wurden sie erfüllt?
Novotny: Ich hatte keine großen Erwartungen. Erst beim Mittagessen im Gespräch mit den anderen Teilnehmer:innen wurde mir bewusst, dass dieser Workshop von bisherigen Teilnehmer:innen aufgrund seines großen Mehrwerts sehr gelobt wird. Dieser Eindruck hat sich am Nachmittag bestätigt.
A2B: Gab es einen Moment im Workshop, der dich total überrascht hat?
Novotny: Ja, eine Übung, die dazu diente, sich mit dem Publikum zu verbinden. Neben einer Atemübung musste man auf sein Gegenüber zugehen – am Ende stand man fast Nasenspitze an Nasenspitze gegenüber. Das kostete viel Überwindung, riss aber auch viele innere Mauern nieder.
A2B: Was war auf der Bühne anders als im Meetingraum?
Novotny: Das Licht. Wenn man in einem Meeting präsentiert oder moderiert, steht man aufgrund der Rolle im Mittelpunkt. Das Bühnenlicht verstärkt diesen Effekt enorm.
A2B: Gab es eine konkrete Rückmeldung, die bei dir etwas gedreht hat?
Novotny: Mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass eine Präsentation nicht nur eine Aneinanderreihung von Fakten ist. Meine Präsentation war nicht gut, weil das Storytelling fehlte. Daran muss ich in Zukunft arbeiten: Zuerst die Geschichte und das Ziel definieren, dann die Präsentation gestalten.
A2B: Für wen ist The Business Stage aus deiner Sicht das richtige Format?
Novotny: Für alle, die komplexe oder einfache Themen präsentieren, Entscheidungen durch Informationen herbeiführen oder eine Präsentation testen wollen, um sicherzugehen, dass sie beim Publikum ankommt.
A2B: Was unterscheidet The Business Stage für dich von klassischem Präsentationstraining?
Novotny: Es fehlt das „Geschwafel“ (ich entschuldige mich für den Ausdruck, aber er trifft es) aus anderen Kommunikationsseminaren. Der Mensch und das zwischenmenschliche Interagieren stehen im Mittelpunkt – individuell und authentisch. Das macht das Feedback einzigartig.
A2B: Wenn du The Business Stage in einem Satz zusammenfassen müsstest, welcher wäre das?
Novotny: Die Business Stage weckt etwas bisher Unbekanntes in einem, an dem man danach arbeiten und profitieren kann.



