HR Inside: Echtsein kann man sich (durch KI) nicht kaufen
Die wichtigste Ressource im Unternehmen ist der Mensch. Stopp! Ressource? Das geht besser. Das Wort Ressource für Menschen klingt nicht sehr wertschätzend. Dabei ging es auf der HR Inside Summit an allen Ecken und Enden um Wertschätzung und ein gutes Miteinander.
Ich war dieses Jahr auf der HR Inside für unternehmerweb.at unterwegs und habe mir ein paar Sessions und Keynotes angesehen.
Das ist mein persönliches Fazit:
Es war erstaunlich, wie viele Menschen eine HR-Konferenz von nah und fern in die Hofburg gelockt haben. Das Thema brennt.
Wenn ich Konferenzen besuche, spüre ich am Anfang gerne, wie die Stimmung ist, beobachte, wie die Leute miteinander umgehen und wo der größte Andrang ist. Außerdem plaudere ich gerne mit Leuten, die ganz alleine herumstehen. Das bringt oft die spannendsten Gespräche. Diesmal stand aber niemand alleine herum. Das zeigt, wie kommunikativ die Branche ist.
Und damit zum Inhalt. Gute Kommunikation mit den Mitarbeitenden ist das A und O wertschätzender Mitarbeiterführung. Das habe ich vor allem aus meinem Gespräch mit Mathias Burger – Head of B2B Customer Education – von kununu mitgenommen. Authentisches Employer Branding bedeutet einfach, dass man nicht etwas verspricht, was man nicht halten kann oder will. Das scheint logisch, aber wie oft gibt es Unternehmensbeschreibungen, die erfahrenen Mitarbeitenden des Unternehmens nur ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubern und die Neuankömmlinge gleich brühwarm damit konfrontieren, was wirklich Sache ist. Ausgeschmückte Übertreibung inklusive.

Unternehmen, die Kritik und Lob transparent behandeln, sind laut Burger klar im Vorteil bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender. Auffällig dabei. Auf Lob reagieren viele deutlich seltener als auf Kritik. Das sollte zu denken geben. Ist nur Kritik wichtig? Stehen Unternehmen darauf, sich selbst zu rechtfertigen?
Auf jeden Fall gilt: Kommunikation ist immer Trumpf.
Was gab es noch?
Aufgrund der Vielzahl an Sessions und Keynotes konnte ich mir nur einen kleinen Teil ansehen. Aus beruflichem Interesse wollte ich unbedingt “Dirigiere selbst und erlebe Führung” von Azis Sadikovic und Angelika Wimmer sowie die Improvisationstheater-Session von Karin Lebenbauer besuchen. Beide Sessions zeigten sehr anschaulich, wie Kunst die Kommunikation im Arbeitsalltag stärkt.
Offen bleiben und zu- beziehungsweise hinhören, wie wir von Karin wieder einmal gehört und gelernt haben.
Ich habe die Konferenz wirklich genossen. Es war schön zu sehen, wie wichtig das Thema Mitarbeitende wahrgenommen wird.
Und das ist gut so. Vielleicht setzt sich dann doch irgendwann ein schönerer Begriff als Human Resources durch.



